Ratgeber Unternehmenssanierung: Viele Firmen verlieren den Überblick über die eigenen Liquiditätsreserven und können dadurch in eine Liquiditätskrise geraten. Oft führt diese fehlende Liquidität dann zur Insolvenz. Zur Verbesserung der Liquidität gehört ein ausgereifter Liquiditätsplan, denn die Planung der Liquidität schützt vor unliebsamen Überraschungen und schützt Firmen vor Liquiditätskrisen…
Für Unternehmer, Selbstständige oder Freiberufler ist ein ausgereifter Liquiditätsplan von immenser Bedeutung, denn fehlende Liquiditätsmittel führen viele Firmen oft an den Rand der Insolvenz. Daher sollte ein Liquiditätsplan über wenigstens sechs, besser noch über zwölf Monate im Voraus erstellt werden. Der Liquiditätsplan steht dann im Gegensatz zur regulären Buchführung. In letzterer werden die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben verzeichnet. Der Liquiditätsplan dagegen verzeichnet die zu erwarten- den Einnahmen und Ausgaben der kommenden Monate. Der Liquiditätsplan sollte die Einnahmen und Ausgaben ebenso ordnen, wie dies in der Buchführung geschieht, also beispielsweise in die Bereiche Mieten, Kredittilgungen, Steuerzahlungen, Löhne und Gehälter usw. Die fixen Kosten, welche für Personal oder für die Miete der Büroräume entstehen sind noch recht einfach zu schätzen. Sie bleiben schließlich immer annähernd gleich.
Wichtig ist auch die Berücksichtigung von Kosten, welche nicht monatlich, sondern nur quartalsweise oder jährlich anfallen. Diese Kosten werden gerne einmal vergessen, müssen im Liquiditätsplan jedoch stets beachtet werden, denn oft entsteht genau aus diesen Kosten eine fehlende Liquidität, welche dann zu einer Insolvenz führt. Nachdem die fixen Kosten aufgestellt wurden, müssen noch variable Kosten in den Liquiditätsplan mit eingerechnet werden. Hierbei handelt es sich zumeist um Wareneinkäufe, welche für die Bearbeitung der bestehenden und künftigen Aufträge vorfinanziert werden müssen. Da diese Zahlen nie konkret vorliegen, müssen sie für den zukünftigen Liquiditätsplan geschätzt werden. Dabei kann ein Blick auf die Umsätze der vergangenen Monate hilfreich sein. In etwa kann man durch diesen Rückblick die Umsätze und Kosten für die Zukunft abschätzen. Zu beachten sind im Liquiditätsplan ebenso die Einnahmen der Umsätze. Diese Einnahmen lassen sich in der Regel auch nur schätzen, da Kunden mal mehr und mal weniger Aufträge bringen. Hier lohnt sich wieder der Blick in die Vergangenheit.
Nachdem nun alle Einnahmen und Ausgaben im Liquiditätsplan erfasst wurden, sollte die Differenz aus der Gegenüberstellung beider gebildet werden. Daraus ergibt sich eine Überdeckung oder eine Unter-deckung der Liquiditätsmittel. Die Überdeckung besagt, dass mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, als notwendig sind. Das ist ein gutes Zeichen, das Unternehmen ist gesund und muss keine Insolvenz fürchten. Die Unterdeckung hingegen zeigt an, dass zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um alle Verbindlichkeiten abzudecken. In diesem Fall muss ein Plan B zurechtgelegt werden, um mit der Firma nicht in eine drohende Insolvenz zu schlittern. Kann zusätzliches Eigenkapital eingebracht werden? Können Vollstreckungsbehörden mittels Vollstreckungsaufschub abgewehrt werden? Lassen sich Zahlungsziele verkürzen? Kann Skonto für eine frühzeitige Begleichung der Rechnungen gewährt werden oder kann ein Factoring beim Forderungsmanagement kurzfristig für etwas mehr Liquidität sorgen? Diese und andere Möglichkeiten sollten in jedem Fall ausgeschöpft werden, um das Insolvenzrisiko zu senken bezw. rechtzeitig eine Regelinsolvenz abzuwenden.
Weiterhin sollten im Liquiditätsplan auch verschiedene Liquiditätsreserven berücksichtigt werden. Kurzfristig benötigte Finanzierungen, welche etwa für die Begleichung der Lieferantenrechnungen benötigt werden, können bei-spielsweise auch über einen Kontokorrentkredit finanziert werden. Allerdings sollte man sich hier tatsächlich nur auf kurzfristige Verbindlichkeiten einlassen. Zusätzlich sollten noch eiserne Liquiditätsreserven gebildet werden, welche zumindest die Betriebskosten der kommenden drei Monate abdecken. Nur so kann man kurzfristige Liquiditätskrisen abwenden und läuft nicht Gefahr sein Unternehmen an den Insolvenzverwalter abzutreten. Grundsätzlich sollte über-dies auch darüber nachgedacht werden, ob Ausgaben, wie etwa die Begleichung der Lieferantenrechnungen durch Absprachen hinaus gezögert werden können. Auch durch diese Maßnahme lässt sich bereits eine verbesserte Liquidität erreichen.
Ebenso ist es für das Abwenden einer Liquiditätskrise von sehr großer Bedeutung, dass immer sofort gehandelt wird, wenn der Liquiditätsplan durch fehlende Liquiditätsmittel eine Unterdeckung aufweist. Bei dauerhaft anhaltenden Liquiditätskrisen sind zur Verbesserung der Liquidität vom Unternehmer, Selbstständigen oder vom Freiberufler schnell weitere Maßnahmen zu ergreifen. So können z.B. auch Anwälte einer Insolvenzanwaltskanzlei oder Mitarbeiter einer Unternehmensberatung kurzfristig für eine bessere Liquidität sorgen und das Unternehmen vor einem Insolvenzverfahren retten.




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